Freitag, 7. Juni 2013

Klinikum Dessau startet modernste Bestrahlungstherapie

Bundesweit erstmalig geht die neueste Generation der Bestrahlungstherapie in einer nicht universitären Medizineinrichtung in Betrieb. „Es ist ein Novum, von dem unsere Krebspatienten profitieren werden“, bestätigt Verwaltungsdirektor Dr. André Dyrna. Das Städtische Klinikum Dessau ist eins von zehn Kliniken in Deutschland und das erste in Sachsen-Anhalt mit einem solchen Hochleistungs-Linearbeschleuniger zur schonenderen Krebsbestrahlung.
 
Das TrueBeam™ STx mit dem Novalis® Radiochirurgie Programm von Brainlab® ermöglicht die nicht invasive Hochpräzisionsstrahlentherapie.Für den Patienten bringt das viele Vorteile. „Behandlungszeiten können verkürzt und meist ambulant durchgeführt werden. Als eine der fortschrittlichsten Methoden ist damit meistens eine schmerzfreie und schonende Strahlenbehandlung bei Tumoren in Kopf und Körper erreichbar“, berichtet Dr. Joachim Zagrodnick. Für den Ärztlichen Direktor des Städtischen Klinikums Dessau steigert sich dadurch das Leistungsspektrum der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie. „Die jetzt verfügbare Radiotherapie bietet Hoffnung für Patienten mit kritischen Zuständen, die bisher als nicht behandelbar galten und für solche, bei denen eine Operation nicht möglich ist“, so Zagrodnick.
 
Zehntelmillimetergenauer Präzisionsschub für Krebstherapie
Zwischen 50 und 80 Behandlungen pro Tag sollen künftig mit dem Hightech-Gerät durchgeführt werden. Der leistungsstarke Linearbeschleuniger rotiert um den Körper des Patienten und gibt die Strahlen aus den jeweils benötigten Winkeln auf den Tumor ab. Der computergesteuerte 6-D-Behandlungstisch bewegt sich automatisch in sechs Richtungen und erzielt dadurch eine exakte Position. Aus der Kombination eines Positionierungssystems und einer Planungs- sowie Behandlungssoftware mit einem Linearbeschleuniger gewinnen die Ärzte Informationen über Form, Größe und Lage des Tumors. Außerdem erleichtert sie die Vorbereitung und Überwachung des Patienten während der etwa 15-20-minütigen Behandlung. „Wir können dadurch die Strahlungsenergie zehntelmillimetergenau in wenigen Sekunden verabreichen und dem Patienten höchstmögliche Sicherheit bei der Bestrahlung geben. Bei vielen Tumoren kommt es auf eine exakte Bestrahlung an, um unmittelbar benachbartes Gewebe nicht zu schädigen. Das ist beispielsweise bei Gehirntumoren so. Und selbst atembedingte Tumorbewegungen, wie bei Lungenkarzinomen, werden von dem neuen System erfasst.“ Der Chefarzt der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie, Prof. Dr. Ilja Ciernik, erwartet, dass zuweisende Ärzte aus Mitteldeutschland künftig ihre Krebspatienten nach Dessau schicken.
 
Bildgesteuertes Radiochirurgiesystem jetzt vor Ort
Seit 2012 existiert mit dem Onkologischen Zentrum Dessau eine regionale Anlaufstelle für Patienten mit einer möglichen oder bereits diagnostizierten Krebserkrankung. „Hier arbeiten Spezialisten fachübergreifend und räumlich konzentriert zusammen. Diese Bündelung der Diagnostik und Behandlungsverfahren ist für Betroffene günstig und mit dem bildgesteuerten Radiochirurgiesystem werden wir den allerneuesten Ansprüchen zum Wohle unserer Patienten jetzt noch besser gerecht“, sagt Ciernik.
 
Dass sich diese Millioneninvestition für das Klinikum lohnt, davon ist auch der Verwaltungsdirektor überzeugt: „Wir sind eine hochmoderne Einrichtung. Dieser Maßstab verpflichtet dazu, in Diagnostik und Therapie immer auf dem aktuellen Stand zu sein. Mit dem neuen System komplettieren wir unser Leistungsprofil im positiven Sinne für die Patienten, aber auch für die Ärzte“, erklärt Dyrna. Denn die Investition erhöht auch die Attraktivität des Klinikums für Spezialisten. So zog der Medizinphysik-Experte Dr. Markus Wösle von Aurich nach Dessau, um mit diesem Radiochirurgie System arbeiten zu können.
 
Hochleistungsmedizin mit Zukunft
Das Städtische Klinikum Dessau ist mit 17 Fachbereichen eines der modernsten Krankenhäuser Deutschlands. Rund um die Uhr engagieren sich 1.500 Mitarbeiter am drittgrößten medizinischen Standort in Sachsen-Anhalt für rund 30.500 stationäre Patienten pro Jahr*. Ambulant werden jährlich über 66.000 Patienten behandelt* (*Stand jeweils 2012). Nahezu alle Spezialisierungen sind vor Ort zentral und somit vorteilhaft für den Patienten vereint. Zusätzlich bietet das Klinikum seit 2011 eine komfortable Hotelstation und etablierte mehrere interdisziplinäre Zentren. Überregionale Bedeutung besitzt beispielsweise das Onkologische Zentrum, das eng mit dem 1993 gegründeten Tumorzentrum Anhalt kooperiert. Hervorzuheben ist ebenfalls das zertifizierte Hautkrebszentrum Dessau-Anhalt mit Betreuungsmöglichkeiten auf internationalem Niveau. Als Akademisches Lehrkrankenhaus der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg fördert das Städtische Klinikum die medizinische Forschung. Medizinstudenten und angehende Ärzte absolvieren ihre Aus- und Weiterbildung, Fachärzte werden ausgebildet und Medizinkollegen besuchen die hier stattfindenden Tagungen und Symposien.
 
Städtisches Klinikum Dessau . Auenweg 38 . 06847 Dessau-Roßlau . Telefon: 03 40/5 01-0 . http://www.klinikum-dessau.de

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